Linktipp: „Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus – oder doch?

Die Rolle der Ruhrindustriellen im Nationalsozialismus im Spiegel ihrer Stellungnahmen und Selbstauskünfte nach 1945.“ Ernst Poensgen vs. Friedrich Flick.


Ein Blogeintrag: Viktoria Heppe, Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus – oder doch?, in: Westfalen/Lippe – historisch, 01/07/2022, https://hiko.hypotheses.org/1653.

Dritter Stolperstein an der Arfelder Hauptstraße

Neben seinen Eltern Henriette und Jacob wird jetzt auch an Karl Wolff erinnert

Zu den 2009 verlegten Stolpersteinen für seine Eltern kam jetzt in Arfeld noch eine neue Messing-Erinnerungstafel für Karl Wolff hinzu.


Pappschilder mit Jahreszahlen von 1901 bis 1940 hielten jetzt Jugendliche der Berleburger Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule in der Hand, als sie an der Arfelder Hauptstraße ganz in der Nähe der Volksbank standen. Selbst die Großeltern der Schülerinnen und Schüler waren wohl in den allermeisten Fällen noch nicht auf der Welt, als die Dinge passierten, mit denen sich die jungen Leute in den vergangenen Wochen beschäftigt hatten. Die 9a ist nämlich die Projektgruppe „Schule für Toleranz und Zivilcourage“ und hat deshalb einen genaueren Blick auf Karl Wolff geworfen. Dieser wurde 1901 in Arfeld geboren und starb 1940 an den Folgen der Misshandlungen, die er im Konzentrationslager Buchenwald erlitten hatte, wo er nach der Pogromnacht 1938 in eine angebliche „Schutzhaft“ genommen worden war. Weiterlesen

Geschichtliche Wanderung: „Leben im Widerstand. Auf den Spuren von Walter Krämer in Siegen“

Die VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein lädt zur Wanderung anlässlich des 130. Geburtstages von Walter Krämer ein:
 
An insgesamt zehn Stationen im Siegener Stadtgebiet wollen wir das Leben Walter Krämers versuchen nachzuvollziehen. Wir besuchen Stationen seiner Kindheit und seiner Jugend, sowie Orte, an denen sich sein späteres politisches Leben und Wirken erfahren lässt.
Wir starten Sonntag, den 19.06.2022 um 11:00 Uhr.
Die Wanderung wird insgesamt ca. 3,5 Stunden dauern und ist leicht bis mittelschwer. Wir weisen darauf hin, dass wettergeeignete Kleidung und festes Schuhwerk von Vorteil sind.
Für eine Verpflegung ist selbsttätig zu sorgen. Auch die Kosten für den Bustransfer zum Ausgangspunkt müssen die Teilnehmer*innen selber tragen.
Die Teilnehmer*innenzahl ist auf 25 Personen begrenzt.
Wir bitten um Anmeldung bis Freitag, den 17.06.2022 per E-Mail an:
Erst bei verbindlicher Anmeldung wird der Startpunkt der Wanderung mitgeteilt.

3 Datensammlungen zur Geschichte des Nationalsozialismus im Kreis Siegen-Wittgenstein wieder online


„Nachdem unser Provider kürzlich den Dienst eingestellt hatte, waren unsere drei Blogs nun seit etwas mehr als einer Woche vom Netz. Damit wir bei einem neuen Dienstleister wieder online gehen konnten, waren etliche Anpassungen der Seiten notwendig. Aber nun ist es geschafft. Hier sind die Drei wieder In deutlich aufpoliertem Erscheinungsbild, wie wir finden. Wir hoffen es gefällt!

Regionales Personenlexikon zum Nationalsozialismus in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein

http://akteure-und-taeter-im-ns-in-siegen-und-wittgenstein.de/

Widerspruch und Widerstand – Opposition gegen den Nationalsozialismus in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein

http://widerspruch-und-widerstand-im-ns-in-siegen-und-wittgenstein.de/

Mitten unter uns – Zwangsarbeit im Siegerland 1939 – 1945

http://zwangsarbeit-im-siegerland.de/
Quelle: VVN BdA Siegerland-Wittgenstein, 3.6.2022

Themenportal zur Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts geht online

Hollmann: „Wir regen zur Auseinandersetzung mit einem wichtigen Kapitel deutscher Geschichte an“


Der Präsident des Bundesarchivs Professor Dr. Michael Hollmann unterzeichnet die Rahmenvereinbarung zum Themenportal Wiedergutmachung
Quelle: Bundesarchiv


Das Online-Themenportal „Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts“ ist am Mittwoch freigeschaltet worden. Anlässlich dieser Freischaltung wurde heute auf dem Petersberg bei Bonn eine Rahmenvereinbarung zum Themenportal Wiedergutmachung unterzeichnet. Das Bundesarchiv hat in dem vom Bundesministerium der Finanzen verantworteten Projekt die archivfachliche Gestaltung des Portals und die Angebote zur historischen Bildung übernommen. Die Plattform https://www.archivportal-d.de/themenportale/wiedergutmachung schafft für Forschende, Studierende, Medien, aber auch Familienangehörige von NS-Opfern einen zentralen Zugang zu den Unterlagen der Wiedergutmachungspolitik in Deutschland. Die Webseite bietet Informationen zum Thema und eine Navigation durch rund 500 Bestände mit Millionen von Archivalien und Dokumenten von Bundesministerien über Gerichte bis zu lokalen Entschädigungsämtern.

Ich freue mich, dass das Bundesarchiv mit seinen Partnern das Online-Themenportal Wiedergutmachung realisiert hat und weiter ausbaut. Wir regen damit zur Auseinandersetzung mit einem wichtigen Kapitel deutscher Geschichte an, indem wir eine digitale Plattform für politische Bildungsarbeit und einfachere Recherchen schaffen.
Michael Hollmann, Präsident des Bundesarchivs

Hintergrund

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„Aufarbeitung der historischen Hintergründe von Straßennamen“ in Siegen

Beratung des Abschlussberichtes des Arbeitskreises in der heutigen Kulturausschusssitzung der Stadt Siegen

Spätestens seit der gemeinsamen Veranstaltung „Wem gehört die Geschichte?“ der Gesellschaft für christliche-jüdische Zusammenarbeit e.V. (CJZ) und des Aktiven Museum Südwestfalen e.V. (AMS) hätte man sich eine transparentere und partizipativere Heransgehensweise von Seiten der Siegener Stadtpolitik gewünscht. Vermutlich hätte man bereits nach der „Vorab“-Veröffentlichung in der Siegener Zeitung vom 8. Februar 2022 den durchaus nachvollziehbaren Weg eines Namens-„Konklaves“ verlassen sollen. Denn bis zum 20. Mai war der Abschlussbericht nicht im Ratsinformationssystem der Stadt abrufbar, obwohl der Tagesordnungspunkt in öffentlicher Sitzung beraten wird, und so hat folgende, vorsichtig formulierte Kritik vom 11. Februar 2022 [!] weiterhin Bestand:
“ …. Die Gesellschaft für christliche-jüdische Zusammenarbeit e.V. (CJZ) und das Aktive Museum Südwestfalen e.V. (AMS) begrüßen die aktuellen politischen Aktivitäten im Arbeitskreis Aufarbeitung der historischen Hintergründe von Straßennamen in Siegen der Stadt Siegen. Sie bringen damit langjährige Diskussionen zunächst in eine gute Form kommunaler Entwicklung, ohne allerdings für die hinreichende öffentliche [!] Beteiligung zu sorgen. Die mit der erinnerungskulturellen Bedeutung und Praxis von Straßennamen einhergehenden gesellschaftlichen Aktivitäten und Diskussionen gehören fraglos in einen öffentlichen Diskussionsraum, um eine Teilhabe aller [!] relevanten Personen, Institutionen, Akteurinnen und Akteure zu gewährleisten. Ein Arbeitskreis, der darauf verzichtet, schon zu Beginn breite Beteiligung und (wissenschaftliche) Beratung zu organisieren, vergibt womöglich die große Chance, mit der Zivilgesellschaft nachhaltige Lösungen zu entwickeln. …..“
Der Bericht wird weiter noch im Haupt- und Finanzausschuss am 08.06.2022 und im Rat der Stadt Siegen am 15.06.2022 beraten.

Schaut man auf die „Diskussion“ der Berichterstattung der Westfälischen Rundschau vom 20. Mai 2022 auf deren Facebook-Seite, wird deutlich, wie fachlich fundiert, offen und transparent eine solche Debatte hätte geführt werden müssen: Weiterlesen

Nachfahren der jüdischen Familie Burg aus Banfe besuchten Bad Laasphe

Besonderen Besuch empfing Dirk Terlinden am vergangenen Mittwoch, 27. April 2022:

Die Schwestern Edna Burg und Nurit Berta Kanyon aus Israel statteten dem Bad Laaspher Bürgermeister im Rathaus einen Besuch ab. Begleitet wurden sie von ihren Familien sowie von Mitgliedern des Bad Laaspher Freundeskreises für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V.

Für die Familie war die Stippvisite in der Lahnstadt eine – wie Dirk Terlinden es in seiner Begrüßung ausdrückte – „emotionale Reise in die jüngere Vergangenheit ihrer Familiengeschichte, die durch die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges in so dramatischer Weise geprägt ist.“ Denn Edna Burg und Nurit Berta Kanyon sind Töchter von Simon Burg, dem einzigen Holocaust-Überlebenden der jüdischen Familie Burg aus Banfe.

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Vortrag: „Der vergessene Teil des Holocaust ‚Aktion Reinhardt‘ – Erfahrungen einer Gedenkstättenfahrt“

28.4.2022 um 19 Uhr in Siegen am Campus Unteres Schloss/Raum US-C 109

„Am 28.4.1942 fand die größte Deportation Siegerländer Jüdinnen*Juden statt. Über Dortmund wurden sie in das Ghetto Zamość transportiert und direkt dort oder in den nahen Vernichtungslagern Bełżec, Sobibór und Treblinka ermordet.
Die Mordlager waren Teil der „Aktion Reinhardt“. Dieser Deckname steht für die Erprobung und Durchführung der systematischen Ermordung von vor allem Jüdinnen*Juden, aber teils auch Sinti*zze & Rom*nja im besetzten, östlichen Teil Polens.
Gerade einmal 80 Jahre, etwa ein Menschenleben lang ist es her, dass Deutsche dort an die 2 Millionen Menschenleben grausam beendeten. Heute wissen viele nicht mal mehr von der Existenz dieser Lager.

Im Herbst 2021 waren die drei Referent*innen mit einer Gedenkstättenfahrt auf den Spuren der „Aktion Reinhardt“ im heutigen Polen: Sie werden von dieser Fahrt berichten und eine Einführung in die Thematik geben. Erinnerungskultur, eine Beschäftigung mit der deutschen Vergangenheit, muss ein aktuelles Thema bleiben, das wir kritisch überdenken. Dazu werden auch Angebote und Möglichkeiten der Gedenkstattenfahrt vor- und zur Diskussion gestellt.“

Nach dem Vortrag besteht für alle Teilnehmer*innen die Möglichkeit, bei Getränken ins Gespräch zu kommen. Um eine tagesaktuelle Testung auf Covid wird gebeten, einige Selbsttests für spontan Entschlossene wird es vor Ort geben.
Quelle: Einladung des antifa Cafe

#StolenMemory: Überlebende und Angehörige von Betroffenen gesucht

Caritasverband und Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland präsentieren Wanderausstellung der Arolsen Archives


„#StolenMemory“ lautet der Titel einer Wanderausstellung, die der Caritasverband Siegen-Wittgenstein und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland vom 14. April bis 1. Mai 2022 am Jakob-Scheiner-Platz in Siegen zeigen werden. Initiator sind die Arolsen Archives, die mit der Kampagne zur Rückgabe persönlicher Gegenstände – sogenannter Effekten – ehemaliger KZ-Häftlinge an ihre Angehörigen beitragen möchten. Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland setzt sich auch aktiv für die Bewahrung der noch erhaltenen, vielfältigen Zeugnisse jüdischer Geschichte ein und unterstützt daher diese wichtige Kampagne.

Ein regionales Beispiel ist der Nachlass von Maria Holowko, geb. 1926, die zwischen 1942 und 1945 im Walzwerk in Kreuztal-Eichen als Zwangsarbeiterin arbeitete. Sie verstarb in in der Marburger Universitätsklinik am 29.6.1945.

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Paukenschlag bei der Diskussion um Straßenumbenennungen in Siegen:

Auch Ernst Bach, Fürst Johann Moritz von Nassau-Siegen und Peter Paul Rubens sind als Namensgeber nicht mehr geeignet

Peter Paul Rubens, Caritas Romana, Siegerlandmuseum

Aus dem Arbeitskreis „Aufarbeitung der historischen Hintergründe von Straßennamen in Siegen“ erreichten siwiarchiv exklusiv und trotz der Verschwiegenheitsverpflichtung der Gemeindeordnung NRW (§30 in Verbindung mit § 43 Absatz 2) neue Informationen. Demzufolge sollen drei weitere Straßen umbenannt werden. Weiterlesen