Literaturhinweis: Alte Schule Dahlbruch. Alltagsgeschichten eines Siegerländer Schulhauses

Der Band thematisiert das ab 1872 erbaute und bis heute bestehende Schulhaus in Dahlbruch (Hilchenbach, Siegerland). Der aktuelle Leerstand des Gebäudes, in dem Generationen von SchülerInnen das Lesen und Schreiben erlernten, veranlasste den Heimatverein DaHeim e.V. und das Lehrgebiet Architekturgeschichte der Universität Siegen nach neuen Nutzungen zu suchen.

Studierende des Departments Architektur lieferten Vorschläge und Isabell Eberling, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Lehrgebiets, recherchierte die Baugeschichte des mehrfach erweiterten Gebäudes.
Bei einer Ausstellung der Arbeiten zeigte sich die große emotionale Verbundenheit der DahlbrucherInnen mit ihrer vormaligen Schule. Sie steht hier bespielhaft für ein historisches Gebäude des ländlichen Raums, das zwar nicht zu den herausragenden Werken der Architekturgeschichte zählt, aber Ortsgeschichte und Ortsbild seit Generationen prägt und damit ein wertvolles Erbe darstellt.

Isabell Eberling / Eva von Engelberg- Dočkal (Hrsg.)
Alte Schule Dahlbruch.
Alltagsgeschichte eines Siegerländer Schulhauses

Reihe Frieder & Henner #3
Siegen: unversi 2024, 51 S., farbige Abb.
ISBN 978-3-96182-171-6
Preis: 12,50 Euro

Quelle: Verlagswerbung

Virtuelle Zeitreise: Kölner Tor kehrt digital zurück

Das Kölner Tor in der Siegener Stadtmitte, an das aktuell nur der Name der Fußgängerzone in diesem Bereich erinnert, weil es Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen wurde, ist zurück – zumindest virtuell.

Möglich macht das die kostenlose App „Siegen virtuell“, die das Tor an seinem ursprünglichen Standort in der Kölner Straße digital rekonstruiert. Entwickelt wurde das Projekt „Virtuelles Siegen“ nach der Idee des Siegerlandmuseums zusammen mit der Technischen Hochschule Köln. Die Sparkasse Siegen übernahm die Finanzierung des Projekts, das sich als Beitrag zum 800-jährigen Jubiläum der Stadt Siegen in diesem Jahr sieht.

Besucherinnen und Besucher können die App herunterladen und das Tor direkt vor Ort auf ihrem Smartphone dank moderner Augmented Reality-Technologie sehen. Die App passt sich dabei an die Bewegungen des Nutzers und die Lichtverhältnisse an, um ein möglichst realistisches Erlebnis zu bieten. Ein weiteres Highlight der App: Das Kölner Tor kann auch zu Hause auf dem eigenen Tisch betrachtet werden. Weiterlesen

Siegener Funfacts: Der Scheinerplatz


„Vor dem Apollo Theater, mitten in Siegen und direkt an die Sieg angrenzend liegt der Scheinerplatz. Jede/-r von uns kennt ihn, doch was bedeutet eigentlich der Name? Gerd Buurmann hilft uns in dieser Folge der Siegener Funfacts sicherlich weiter…“ Weiterlesen

Heute vor 95 Jahren: Über den Fortgang der Baurbeiten am Siegener Oberlyzeum

Quelle: Siegener Zeitung, 14. September 1929

Zur (Bau-)Geschichte des Mädchengymnasiums s. auf siwiarchiv: Tobias Gerhardus: Eine kurze Online-Chronik des LYZ in Siegen und Literaturhinweis: Tobias Gerhardus: „Die zeitgemäße Ausbildung des weiblichen Geschlechts“

Danke für den Fund an PK!

Gesamtkunstwerk aus Farben und Tönen

Mit ihrer Einbettung in Architektur und Lichtregie ist die Orgel von St. Martinus in Wilnsdorf einzigartig im Erzbistum Paderborn


Innenraum der Kirche St. Martinus Wilnsdorf © Besim Mazhiqi
„Bei einem engagiert vorgetragenen Orgelstück kann man in dieser Kirche das Brausen des Heiligen Geistes förmlich spüren“, sagt Christian Vorbeck.
© Besim Mazhiqi


„Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen“ (Apg 2,1-2). So berichtet die Apostelgeschichte vom Pfingstereignis, auch bekannt als Geburtsstunde der Kirche. „Spätere Zeiten haben versucht, das Brausen des Heiligen Geistes in Orgelmusik zu übersetzen“, sagt Dr. Christian Vorbeck. „Pfingsten ist daher auch das hohe Fest der Orgelmusik.“

Vorbeck weiß, wovon er spricht. Er ist studierter Kirchenmusiker, wurde mit einer Arbeit über eine süddeutsche Orgelbauerdynastie zum Dr. phil. promoviert, ist im Dekanat Hagen-Witten Dekanatskirchenmusiker, hat Orgelmusik komponiert und veröffentlicht – und mehr noch: Christian Vorbeck ist einer von drei Orgelbeauftragten des Erzbistums Paderborn. Damit ist er für gut und gerne 250 Kirchenorgeln im westlichen und südwestlichen Teil des Erzbistums zuständig. Stehen in diesem Gebiet Neu- und Umbauten, Renovierungen oder Umintonierungen an, ist Vorbeck beratend und betreuend aktiv. Überdies hilft er den Gemeinden, Angebote von Fachfirmen einzuholen oder Wartungsverträge zu verhandeln. Bei Veränderungen an historischen Orgeln arbeitet er mit den Denkmalschutzbehörden zusammen, und eine Maßnahme an einer Orgel ist immer erst dann wirklich abgeschlossen, wenn er zuvor sein Plazet gegeben hat. Weiterlesen

100 Jahre Landhaus Ilse

Vorträge am Tag des offenen Denkmals am 08.09.2024

Burbach. Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 08.09.2024, wird die Tür des Landhauses Ilse ab 14 Uhr geöffnet. Der sogenannte „ungleiche Zwilling“ des Weltkulturerbes Haus am Horn in Weimar wird in diesem Jahr 100. Aus diesem Anlass wird es an diesem Nachmittag drei Vorträge geben, zu denen das Kulturbüro Burbach einlädt:

  • 15.00 Uhr: „Wie die Gemeinde Burbach zum Landhaus Ilse kam“, Vortrag von Bürgermeister Christoph Ewers,
  • 16.00 Uhr: „Die Geschichte des Landhauses Ilse“, von Katrin Mehlich, Kulturbeauftragte der Gemeinde und
  • 17:30 Uhr: „Das Landhaus und das Bauhaus im geschichtlichen Kontext“, von Dr. Marlies Obier, Autorin und Historikerin.

Quelle: Gemeinde Burbach, Aktuelles, 2.9.2024

Denkmale erleben: Tag des offenen Denkmals in Kreuztal

Am Sonntag, 08. September, dem bundesweiten Tag des offenen Denkmals®, können auch in Kreuztal wieder historische Denkmale besichtigt und erlebt werden:

Schloss Junkernhees (Heesstraße 202)

Der Verein zur Erhaltung von Schloss Junkernhees lädt alle Interessierten von 10:00 bis 17:00 Uhr in das Schloss ein.

Führungen werden jeweils um 11:00 Uhr, 13:00 Uhr und 15:00 Uhr stattfinden.

Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt: es werden Kaffee und Kuchen sowie Bratwurst vom Grill angeboten, bei gutem Wetter findet der Ausschank im Biergarten statt.

Krämers Schmiede (Zum Burberg 7, Nebengebäude)

Die Türen von Krämers Schmiede sind am Tag des offenen Denkmals zwischen 11:00 und 16:00 Uhr geöffnet.

Neben Schmiedevorführungen werden interessante Informationen über die Geschichte der Schmiede in Verbindung mit den Gruben im Littfelder Raum mit den Gästen geteilt. Vor Ort werden außerdem Kaffee und Waffeln sowie „Lettfer Schmeddeworscht“ von der Feldesse serviert.

Museum Ferndorf – in der Roten Schule (Ferndorfer Straße 62)

Der Museumsverein öffnet das Museum Ferndorf von 11:00 bis 17:00 Uhr.

Neben der Ausstellung im Obergeschoss kann erstmals der neue Anbau sowie ein Teil der neuen Dauerausstellung „Wirtschaftsgeschichte im Ferndorftal“ besichtigt werden. Darüber hinaus wird ein Flohmarkt mit vielen alten Schätzen veranstaltet. Für Verpflegung ist ebenfalls gesorgt: Kaffee, Kuchen, Kaltgetränke und herzhafte Snacks stehen für die Gäste bereit.

Quelle: Stadt Kreuztal, Aktuelles, 2.9.24

Wahr-Zeichen. Zeitzeugen der Geschichte

Tag des offenen Denkmals am 8. September in Neunkirchen

Die Kapellenschule in Wiederstein hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Von 1759 bis 1953 wurden hier Kinder unterrichtet. Der Kuhhirte mit dem Dorfbullen und den Rindern lebte eine Zeitlang hier. Der CVJM wurde hier gegründet. Und auch eine Schulbücherei fand in dem historischen Gebäude Platz, ehe sich der Heimat- und Verschönerungsverein Wiederstein dem Gebäude Ende der 1980er Jahre annahm.


Wenn Gebäude erzählen könnten, würde es viele spannende Geschichten mehr geben. Das gilt nicht nur für historische Burgen oder Schlösser, auch viele der älteren Gebäude vor Ort haben abwechslungsreiche Zeiten erlebt. Dieser Geschichten-Schatz soll am Sonntag, 8. September, gehoben werden: Dann beteiligt sich die Gemeinde Neunkirchen am „Tag des offenen Denkmals“, der von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert wird. Der bundeweite Veranstaltungstag steht in diesem Jahr unter dem Motto „Wahr-Zeichen. Zeitzeugen der Geschichte“.

Wer ein Denkmal nutzt oder sein eigen nennt, hat an diesem Tag die Möglichkeit, das Gebäude oder Monument für Besucherinnen und Besucher zu öffnen und zu zeigen und erzählen, was dieses Denkmal zu einem Wahr-Zeichen macht. Wer hat es erbaut? Was ist hier geschehen, wie ist es historisch eingebettet? Was macht es so besonders?

Der „Tag des offenen Denkmals“ zeigt, dass Denkmalpflege modern, kreativ und nachhaltig ist. Neunkirchen hat eine Reihe von Wahr-Zeichen, die Geschichte, Alltagskultur, das Leben vergangener Zeit und somit auch Denkmalpflege erlebbar machen. Teilnehmen werden in diesem Jahr fünf Akteure. Weiterlesen

Ausstellung: Felix Höfer: „Siegen – Zeitschichten. Gestern · Heute · Morgen“


Anlässlich des 800-jährigen Stadtjubiläums findet vom 26.8. bis 8.9.24 das „Museum der vierzehn Tage“ im Pop-Up-Store der Sparkasse in der Kölner Straße 28 statt. Felix Höfer – Kunstfotograf und Gründer der Instagram-Plattform baublog.siegen – zeigt zwei Wochen lang die schönsten Orte Siegens aus bekannten und besonderen Perspektiven, aber auch historische Vergleiche – klassisch und mit digitalen Möglichkeiten. Die Ausstellung richtet sich an Alt und Jung und ist kostenlos. Zusätzlich zur Ausstellung findet am 7. September um 17 Uhr eine Ausstellungsführung sowie ein Jubiläumstalk statt. Unter dem Motto „Siegen 800 – Eine Zeitreise zum Geburtstag” können sich alle Gäste zu ihren Ideen oder Visionen zur Stadt Siegen austauschen.
Quelle: Siegen800.de, Veranstaltungen

Beton-Monster oder Schönheit auf den zweiten Blick. Ein Tagungsbericht.

Die Entstehungsgeschichte der Siegener Bildungsbauten auf dem Haardter Berg war Thema eines Kolloquiums der Architekturgeschichte an der Universität Siegen. Die Campusarchitektur der 1960/70er Jahre stand im Zeichen des Brutalismus. Funktionalität, klare Linien, geometrische Formen und vor allem viel Beton prägen den Baustil, der gerade eine Renaissance erlebt.

Die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Isabell Eberling (links) und Lilian Kraft thematisierten auch Kunst am Bau und führten die Teilnehmer*innen des Rundgangs in den Hörsaal am Campus Paul-Bonatz-Straße, wo die Reliefkonstruktion vom Künstler Günter Drebusch zu sehen ist.

Die Silhouette der Universität Siegen fällt schon von weitem ins Auge. Markante Gebäude, hervorstechende Türme. Ein Ensemble aus Beton und Stahl, das beispielhaft ist für eine Architekturströmung der Moderne: den Brutalismus. Der Begriff verweist auf rohen, unverkleideten Beton (franz. béton brut), der den Bauten ihre besondere Ästhetik verleiht. Brutalistische Gebäude – Museen, Wohnkomplexe, Kirchen, Bibliotheken, Hochschulen – findet man weltweit. In London, Paris, Wien, Madrid, Sydney – und auch in Siegen. Um zu zeigen, was hinter den Gebäuden der Uni Siegen steckt und um die Bedeutung der Hochschule im Reigen der herausragenden Beispiele von Campusarchitekturen zu unterstreichen, hatte Prof. Dr. Eva von Engelberg (Architekturgeschichte) mit den beiden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Isabell Eberling und Lilian Kraft zu einem öffentlichen Kolloquium zur Campusarchitektur der 1960/70er Jahre an die Uni Siegen eingeladen. Es kamen nicht nur Fachleute, Studierende und Uni-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, sondern auch Anwohnerinnen und Anwohner des Haardter Bergs, um mehr über den baulich-mächtigen Nachbarn zu erfahren, der eher mit dem Ruf des Hässlichen zu kämpfen hat, als dass man ihn als wichtiges Beispiel für eine architektonische Epoche wahrnimmt. Dabei hat das vermeintliche Betonmonster mehr als einen zweiten Blick verdient, findet Eva von Engelberg. „Es gibt eine rege Forschungstätigkeit zum Brutalismus und zur Campusarchitektur der 60er und 70er Jahre und unser Ziel ist es, dass wir die Siegener Bauten mit in diese Diskussion einbinden.“ Weiterlesen