Lesung: Kathrin Thiemann, „In der zweiten Reihe“.

Ein Roman über das Leben der Pfarrfrau an Walter Thiemanns Seite.
Siegen, Nikolaikirche am Mittwoch, den 31.8., um 16 Uhr.

„Als Kathrin Thiemann 2019 das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald besucht, findet sie dort einen Stein mit der Aufschrift „Block 34“. Mehr ist nicht geblieben von der Baracke, in der ihr Großvater interniert war. Als Pfarrer hatte er sich mit persönlichen Worten und Taten der nationalsozialistischen Diktatur widersetzt und war dafür mit Zuchthaus und Lagerhaft mit unbestimmter Dauer bestraft worden. Erst ein erfolgreiches Gnadengesuch, betrieben von seiner Ehefrau und engen Freunden, konnte ihn retten. Er kam heim zu seiner Familie, wo seine Frau kurz vor der Geburt des achten Kindes stand. Eine Heldengeschichte?

Für Kathrin Thiemann stellte sich eine andere Frage: „Wie ist es eigentlich meiner Oma ergangen?“ Der Roman erzählt eine Frauengeschichte in finsteren Zeiten – er ist das Porträt einer Frau, die heutigen Frauen vielleicht fern ist in ihrer Demut und Ergebenheit. Gleichzeitig folgt man ihrem inneren Ringen um diese Rolle, erlebt ihre Stärke im Existenzkampf und ist berührt von ihrem beharrlichen Ringen um kleine Freiräume: Mit dem Sammeln von Briefmarken, mit Lesen und Schreiben oder dem Betrachten von Kunstpostkarten taucht Helene in innere, freiere Räume. Eine Geschichte aus einem widerständigen Leben, das sich der herrschenden Nazi-Diktatur entzog und auf tiefen christlichen Glaubensfundamenten beruhte.“
Quelle: Kirchenkreis Siegen, Veranstaltungen
s. a. https://www.siwiarchiv.de/lesung-in-der-zweiten-reihe-mit-kathrin-thiemann/

Fritz Stein (1.1.1904 – 31.3.1942). Ein Mordopfer der nationalsozialistischen Homosexuellenverfolgung.

Pink triangleEin Bericht von Jürgen Wenke zur Stolperstein-Verlegung in Wismar

Der gebürtige (Kreuztal-)Kredenbacher und Absolvent der Siegener Wiesenbauschule (Frühjahr 1929 – Frühjahr 1932) lebte zuletzt in Wismar – bis zu seiner gerichtlichen Verurteilung nach §175 Strafgesetzbuch. Es folgte eine Haftstrafe. Nach der Haftverbüßung wurde Fritz Stein nicht in Freiheit entlassen, sondern in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo er Anfang des Jahres 1942 ankam.

Aktualisierte Fassung des Berichts (7.10.2022): Wir erinnern an Fritz Stein, Stand 1.10.2022

Tagung: „Reisen und Religion im (langen) 18. Jahrhundert“.

VI. Internationaler Kongress für Pietismusforschung, 28.- 31. August 2022, Halle/Saale

Der VI. Internationale Kongress für Pietismusforschung hat sich als interdisziplinäre Tagung einer umfassenden Perspektivierung der komplexen Zusammenhänge von Reisen und Religion im langen 18. Jahrhundert verschrieben. Über 85 Vortragende differenzieren und strukturieren das weite Feld des frühneuzeitlichen Reisens und stellen damit die Schnittmengen ebenso wie Unterschiede von und in den Reisekulturen des 17. bis 19. Jahrhunderts heraus.
In zwei Sektionen finden sich auch regional relevante Beiträge:
– Thomas Ijewski: Pilgrimage by Sea and Land: Johann Christian Stahlschmidt’s Travelogue as a Pietist’s Biography
– Veronika Albrecht-Birkner / Stefanie Siedek-Strunk: Reisen in die Zwischenwelt. Johann Heinrich Jung-Stillings
Szenen aus dem Geisterreiche

Link zum Programm

Stadtarchiv Hilchenbach erhält Bücherschenkung vom Geschichtsverein

„Ich freue mich sehr über eine der größten Buchsammlungen der Werke Johann Heinrich Jung-Stillings für unser Stadtarchiv“, sagte Bürgermeister Kyrillos Kaioglidis und begrüßte die Vertreter des Hilchenbacher Geschichtsvereins, Horst Schlabach (Vorsitzender), Reinhard Gämlich (Geschäftsführer), Helmut Six und Annegret Müller sowie Helga und Klaus Dieter Zimmermann, ehemaliges Buchhändlerpaar aus Kreuztal zur Übergabe im Rathaus.

Übergabe der Bücherschenkung Johann Heinrich Jung-Stilling im Rathaus der Stadt Hilchenbach (Vorne sitzend v.l.n.r.: Bürgermeister Kyrillos Kaioglidis, Vertreter des Hilchenbacher Geschäftsvereins Reinhard Gämlich (Geschäftsführer) und Helmut Six. Hinten stehend v.l.n.r.: Horst Schlabach (Vorsitzender des Hilchenbacher Geschichtsvereins, Annegret Müller und Klaus Dieter Zimmermann)

Über einen Zeitraum von ungefähr 50 Jahren sammelte Klaus Dieter Zimmermann über 428 Bücher von Jung-Stilling. Mittlerweile sind die Bücher auch digital katalogisiert, so dass man einen sehr guten Überblick über die Sammlung hat. Das älteste Buch stammt aus dem Jahr 1773, wobei der Name Johann Heinrich Jung-Stilling erst im Jahr 1777 als Autor aufgeführt wird. In einem der bekannteren Bücher weltweit von 1784 mit dem Titel „Der Volkslehrer“ findet man unterem anderem „Wie die Kartoffel ins Siegerland kam“ und Rezepte zum Reibekuchenbrot oder Kartoffelsalat. Es gibt sogar eine Übersetzung des Buches ins japanische von Toyoki Makihara, der das Geburtshaus Jung-Stillings in Hilchenbach-Grund persönlich besuchte. Auch Bücher in Blindenschrift seiner Werke gehören zur Sammlung. Weiterlesen

Lesung „In der zweiten Reihe“ mit Kathrin Thiemann

21.08.2022, 13:30 bis 15:00 Uhr, Haus Henrichs, Neunkirchen-Salchendorf

Die Enkelin des Pfarrers Walter Thiemann hat einen Erinnerungsroman über ihre Großmutter geschrieben.

Eintrittskarten sind in der Bibliothek erhältlich.
5,00 € Vorverkauf: 4,50 €, Vorverkauf für Bibliothekskund:innen: 4,00 €

s. a. Westfälische Rundschau, 16.8.2022

„Das Stumme Loch“ – eine Siegener Sage

„Das Ende des Fürsten Hyazinth“ von Bernhard Görnig
Sprecher: Matthias Heyl
Grafik: Anja Klukas
Produktion: Reiner Bäcker

Wiki-Seite zum Projekt

Zu Wilhelm Hyazinth auf siwiarchiv: Weiterlesen

Online: Michael Imhof (1999): „Einen besseren als Stöcker finden wir nicht“

Diskursanalytische Studien zur christlich-sozialen Agitation im deutschen Kaiserreich.

[img] Volltext (782Kb)

„In den vorliegenden Studien werden die „klassischen“ Bereiche der Parteien-, Ideologie- und Regionalgeschichte im Rahmen eines innovativen methodischen Ansatzes zusammengefaßt. Dadurch werden neue Erkenntnisse gewonnen über Motivationen, Folgen und Wirksamkeit antisemitscher Agitation im deutschen Kaiserreich nach 1878, über den sich ausbildenden konservativen Populismus dieser Zeit und über den sozio-ökonomischen Hintergrund der erfolgreichen Wahlagitation des Hofpredigers Adolf Stoecker in einer durch den Pietismus geprägten Region. Zuvor werden ausführlich die Vorgehensweisen der linguistisch orientierten Diskursanalyse dargestellt und deren Anwendbarkeit als Instrument der Geschichtswissenschaft diskutiert. Die diskursanalytische Interpretation zweier bedeutender Reden Stoeckers zeigt anschließend, daß eine solche Betrachtung nicht die Illustration von Bekanntem liefert, sondern vor allem neue Einblicke in die komplexen Zusammenhänge von Feindbildkonzeptionen, Emotionalität, sozialen Ängsten, Solidarisierungszwängen und sozialpolitischen Interessenlagen eröffnet.“

zu Stoecker s. auf siwiarchiv:
„Zeitspuren“-Linktipp: Hofprediger Adolf Stoecker, Foto um 1875
Literaturhinweis: Imke Scheib „Christlicher Antisemitismus im Deutschen Kaiserreich

Video: „Bock auf Barock“. Rubensfest vor 25 Jahren

„Siegen feiert seinen berühmtesten Sohn“

Am 28. Juni 1577 kam Peter Paul Rubens in Siegen zur Welt. 420 Jahre später, am 28.6.1997, wurde das erste Siegener Rubensfest vom damaligen Bürgermeister Karl Wilhelm Kirchhöfer feierlich eröffnet. Die Idee, ein großes Kultur- und Bürgerfest im Namen und zu Ehren des großen Barockmalers ins Leben zu rufen, hatte die Gesellschaft für Stadtmarketing Siegen. Der berühmteste Sohn der Stadt, so die Absicht, sollte aus dem exklusiven Rahmen des Museums heraus und in eine breite öffentliche Wahrnehmung hinein geholt werden. Eigens gekürt wurde ein Rubensdarsteller (Viktor Horzella), der in vollem Ornat über das Festgelände flanierte. Rund 50.000 Besucher/-innen ließen sich von der Handwerker- und Gauklergruppe „Kramer Zunft und Kurtzweyl“ in mittelalterliche Zeiten entführen und genossen das von regionalen Vereinen und Gruppen gestaltete Programm in der Siegener Oberstadt. Nach 1997 folgten fünf weitere Rubensfeste, bevor das anspruchsvolle Kulturfest 2005 mangels Sponsoren eingestellt werden musste.“

Den Film zum Fest hat die Gesellschaft für Stadtmarketing Siegen e. V. (GSS) als Veranstalterin herausgegeben.
Quelle: Unser Siegen, 1.7.2022, Autorin: Astrid Schneider, Veranstaltungsleiterin des Rubensfestes bei der GSS e. V.

Musiktipp: Adolf Busch als Komponist

Die produktive Zusammenarbeit des BrüderBuschArchivs mit PristineClassical stellt mit ihrer neuen Veröffentlichung den Komponisten Adolf Busch in den Mittelpunkt. Folgende Werke Buschs sind zu hören: Divertimento für 13 Instrumente, Thema und Variationen für 2 Klaviere, Sonate für Klarinette und 5 Prelude und Fugen für Streichquartet. Die Einspielungen von verschieden Künstler – u.a. auch mit Buschs Schwiegersohn Rudolf Serkin – erfolgten zwischen 1961 und 1982 auf Konzerten des von Busch mitgegründeten Marlboro Music School and Festivals.

Zauberhaftes aus dem Kreisarchiv: Bellachini und Siegen

Werbe“flyer“ (1955) Quelle: KrA SIWI 3.12. Nr. 85

Eine Anfrage an das Kreisarchiv zur Biographie des Zauberers Hans Alexander Bellachini führte zu einer Suche im Bestand „Heilstätte Hengsbach“. Dort konnte nicht nur die abgebildete Werbung für den Auftritt des Künstlers im Jahr 1955 in der Einrichtung aufgefunden werden. Der Aktenband enthielt auch eine Anfrage des Künstlers, ob er auf seiner Abschiedstournee im Jahr 1967 noch einmal in der Heilstätte auftreten könnte. Dazu ist es leider nicht gekommen. Für die Anfrage wichtig war es, dass aus der Korrespondenz der Wohnort des Künstlers im Jahr 1967 hervorging, so dass weitere Recherchen möglich wurden.
Eine begleitend zu dieser Recherche gemachte, einfache google-Suche lieferte ein überraschendes, da im Kreisarchiv nicht bekanntes Ergebnis, das zu einer intensiveren Forschung geradezu einlädt: Weiterlesen