Vortragsreihe Wittgenstein historisch
Einführung und Lesung aus den Tagebüchern mit Schauspieler Markus von Hagen.
Dr. Mechthild Black-Veldtrup
Donnerstag, 10. April 2025, 19 Uhr, Dritter Ort – Bücherei der Zukunft
Poststraße 42, 57319 Bad Berleburg,
Eintritt: 3 Euro
„Der erste Oberpräsident von Westfalen (1774-1844) war ein rastloser Beamter, der die Hälfte seiner Arbeitszeit vor Ort bei den Menschen in Westfalen und nur die andere Hälfte am Schreibtisch in Münster verbrachte. Vor Ort, also auch in Dortmund, traf er Honoratioren und Industrielle, Kommunalpolitiker und einfache Leute. Er schob zahllose Projekte an, die den Menschen zugutekamen, etwa die Verbesserung der Landwirtschaft, der lokalen Wirtschaft, die Versorgung von Behinderten und vieles mehr. Der Ausbau von Verkehrswegen war ihm ein besonderes Anliegen. Vincke brachte den Bau von Straßen („Chausseen“) und die erste Eisenbahnstrecke in Westfalen über Hamm voran.
Seine Eindrücke, Erlebnisse und Begegnungen hielt er über 55 Jahre seines Lebens in seinem Tagebuch fest. So entstand ein intensives, lebensnahes und ursprüngliches Bild seines beruflichen und Alltags-Lebens in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Weiterlesen
Archiv der Kategorie: Archivpädagogik/Bildungsarbeit
Vortrag: »Neuentdeckter hochmittelalterlicher Silberbergbau am Giebelwald
– Element einer überregionalen Montanlandschaft im Rheinischen Schiefergebirge«
Siegener Forum
Leander Wilhelm Kühn, 03.04.2025, um 18:30 Uhr, Eintrachtsaal, Siegerlandhalle, Koblenzer Straße 151, 57072 Siegen

Ehemalige Stollenanlage im Giebelwald (Foto: Leander Kühn)
„Jüngste Prospektionen im Giebelwald belegen einen regen hochmittelalterlichen Silberbergbau im Westen des Siegerlandes, dabei ermöglicht die Vielzahl an Funden und Befunden die Datierung einer Reihe an Gruben über deren hohes Alter bislang nur gemutmaßt werden konnte. Die Neuentdeckung mehrerer Bergbausiedlungen zeichnen das Bild eines prosperierenden, grenzüberschreitenden Montangebietes nach welcher ebenfalls Bezüge zu benachbartem mittelalterlichem Bergbau aufzeigt und nicht zuletzt Rückschlüsse auf den zugrunde liegenden regionalen und überregionalen politischen Rahmen zulässt.
Keine Anmeldung erforderlich. Kommen Sie einfach mal vorbei!“
„120 Jahre Liebe zur Region mit Museum zum Anfassen“
„Stadtleben“ zu Gast im Siegerlandmuseum
„In der neuen Folge des Podcasts „Stadtleben“ ist Moderatorin Chantal Kleinschmidt zu Gast im Siegerlandmuseum. Zum anstehenden 120. Jubiläum spricht sie mit Direktorin Karin Kolb über die spannende Entwicklung des Museums, seine digitalen Neuerungen und Pläne für die Zukunft.“
Quelle: Siegener Zeitung, Podcast, Seite zur Folge
Literaturhinweis: Schmidt, Daniel (Hg.) Die Oberbürgermeister und Oberstadtdirektoren in Westfalen und Lippe
Die Spitzen der kreisfreien Städte zwischen 1824 und 1999. (Band 1: Verzeichnis und Kurzbiographien, Band 2: Ausgewählte Lebensbilder)
insges. 1.096 Seiten, 978-3-402-15134-1
„Stadtoberhäupter haben aufgrund ihrer zeitweise bemerkenswerten Handlungsspielräume stets eine besondere Rolle in der deutschen Geschichte gespielt. Oberbürgermeister, nach 1945 auch Oberstadtdirektoren, hatten im 19. und 20. Jahrhundert nicht nur wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung ihrer Kommunen, sie nahmen häufig auch
Schlüsselpositionen in überregionalen Zusammenhängen ein. Im Mittelpunkt des Doppelbandes stehen die Spitzenvertreter – Erste Bürgermeister, Oberbürgermeister und Oberstadtdirektoren – der 24 westfälischen Städte, die im 19. und 20. Jahrhundert dauerhaft oder zeitweise Kreisfreiheit erlangten, hinzu kommt die lippische Landeshauptstadt Detmold. Der Untersuchungszeitraum reicht von der Einführung der Revidierten Städteordnung in der preußischen Provinz Westfalen im Jahr 1831 bis zum Ende der kommunalen Doppelspitze im Land Nordrhein-Westfalen im Jahr 1999. Der erste Teil der Publikation ist als biografisches Handbuch konzipiert und liefert komprimierte Informationen zu mehr als 300 Personen, darunter drei Frauen. Der zweite Teil versammelt ausführliche Lebensbeschreibungen von mehr als 20 ausgewählten Persönlichkeiten. Auf diese Weise wird für einen Zeitraum von mehr als anderthalb Jahrhunderten – über mehrere Zäsuren hinweg – die historische Genese einer kommunalen Funktionselite in Westfalen und Lippe nachvollziehbar.“
Quelle: Verlagswerbung
Erschienen: Graphic Novel „Stell dir vor! Comics über die Nachkriegszeit“
Am 10. März 2025 veröffentlichte das Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen seine erste Graphic Novel „Stell dir vor! Comics über die Nachkriegszeit“. In Zusammenarbeit mit den Co- Herausgebern Tobi Dahmen, Jakob Hoffmann und Philipp Abresch sowie den renommierten Illustratorinnen und Illustratoren Julia Bernhard, Melanie Garanin, Mikael Ross, Julia Zejn sowie dem Autor Volker Schmitt nimmt die Publikation die Leserinnen und Leser mit in das Leben in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.
„Stell dir vor!“ erzählt Geschichten, die auf Objekten aus der Museumssammlung des Hauses der Geschichte NRW basieren. Dazu zählen ein Brautkleid aus Fallschirmseide, ein Fahrrad für den Transport von Gütern und Lebensmitteln, ein Kochtopf, der aus Wrackteilen eines zerstörten Flugzeugs geschmiedet wurde, und ein Bandoneon, anhand dessen eine Geschichte von Verfolgung, Trauer und Tod erzählt wird. Die Gegenstände sind nicht nur Relikte der Vergangenheit; sie sind Träger von Erinnerungen und Emotionen, die das Leben im zerstörten Deutschland nach 1945 widerspiegeln. Alle Objekte sind Teil der „Sammlung Abresch“, die der ehemalige Weseler Dompfarrer Werner Abresch über Jahrzehnte hinweg zusammentrug und die die Familie Abresch 2021 dem Haus der Geschichte NRW überließ. Weiterlesen
Online: Georg Funk: „Katechismus des Schreibunterrichts : mit einem Anhang: Die Rundschrift
mit einem Anhang: Die Rundschrift, Leizig 1893
Die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf hat unlängst die se Publikation zur Paläographie online gestellt.
Vortrag: Zeitspuren in Siegerland und Wittgenstein:
Ein neuer Blick auf das 19. Jahrhundert
Dieter Pfau, Do. 20.03.2025, Uhrzeit: 18:30 – 20:30 Uhr, Bürgerhaus Bad Berleburg, Großer Gruppenraum
Anlässlich des 50-jährigen Kreisjubiläums 2025 widmet sich der Vortrag der Gründung der Kreise Siegen und Wittgenstein (1816, 1817) und ihrer Geschichte im 19. Jahrhundert. Dabei wird der Auf- und Ausbau der Verwaltungsstrukturen und die wirtschaftliche, soziale und politische Entwicklung in den beiden preußischen Landkreisen in den Blick genommen. Die Geschichte beider Kreise ist von Beginn an eng miteinander verwoben. Ohne den Kreis Wittgenstein wäre der Kreis Siegen nicht zur Provinz Westfalen gelangt. Während das Wittgensteiner Land über Jahrzehnte einer der ärmsten Landkreise war, gehörte das Siegerland zu den wirtschaftlich ertragreichsten Neuerwerbungen Preußens. Im „preußischen 19. Jahrhundert“ erlebten die Siegerländer einen von Chaussee- und Eisenbahnbauten und einem wirtschaftlichen Strukturwandel begleiteten gewerblich-industriellen Aufschwung, und die Wittgensteiner konnten mit viel Eigeninitiative und bei einer schrittweisen Angleichung der Erwerbs- und Einkommensverhältnisse in Preußen und Deutschland – ähnlich dem heutigen Länderfinanzausgleich – an der stark von sozialen Unterschieden geprägten allmählichen Wohlstandsentwicklung teilhaben. Nicht weniger bedeutsam waren die Veränderungen im politischen und kulturellen Leben. Nach der gescheiterten Revolution von 1848 begann mit der Entstehung und Entwicklung der politischen Parteien ab den 1860er Jahren die allmähliche Demokratisierung in Preußen. Ohne diese Vorgeschichte ist die durch den Zivilisationsbruch der NS-Zeit unterbrochene, nach 1945 fortgesetzte demokratische und rechtsstaatliche Entwicklung in Deutschland und damit auch in Siegerland und Wittgenstein nicht denkbar. Bereits im 19. Jahrhundert waren die zwei Nachbarkreise in diesem Entwicklungsprozess durch vielfältige Beziehungen und regen Austausch miteinander verbunden. Weiterlesen
Online: Adressbuch für die Stadt und den Kreis Siegen (1885)
Die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf hat kürzlich das Adressbuch für die Stadt und den Kreis Siegen aus dem Jahr 1885 online zur Verfügung gestellt.
Zwischen Revolution und Risiko: 65 Jahre Anti-Baby-Pille
Seit 65 Jahren verändert die „Anti-Baby-Pille“ das Leben von Frauen. Einst von manchen als Symbol sexueller Freiheit gefeiert, steht sie heute zunehmend in der Kritik – auch bei Männern. Zum Weltfrauentag am 8.3. spricht Dr. Uta Fenske vom Zentrum für Gender Studies der Uni Siegen über die Rolle der Pille als Tabubrecher und die gesellschaftliche Entwicklung rund um das Verhütungsmittel.
Welche Rolle spielte die Pille als Motor der sexuellen Revolution in den 60er- und 70er-Jahren?
Dr. Uta Fenske: Die Pille hat das Sexualleben der heterosexuellen Frauen im gebärfähigen Alter verändert. Denn die Pille war viel sicherer als andere Verhütungsmittel. Sie verringerte das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft. Das hatte zur Folge, dass junge Frauen ohne Angst vorehelichen Sex haben konnten. Außerdem waren Frauen, die die Pille einnahmen, nicht mehr darauf angewiesen, dass der Mann die Verantwortung für die Verhütung übernahm oder eben auch nicht. Und die Pille ermöglichte eine zuverlässigere Familienplanung als andere Verhütungsmittel wie Kondome, Diaphragmen oder die Temperaturmethode, um nur einige zu nennen. Damit ging auch eine bessere Lebens- und Karriereplanung einher. Während man in der Bundesrepublik von der „Anti-Baby-Pille“ sprach, wurde sie in der DDR als „Wunschkindpille“ positiv etikettiert. Beide Bezeichnungen verdeutlichen, dass es sich bei diesem neuen hormonellen Arzneimittel für Frauen um ein Medikament zur Empfängnisverhütung bzw. zur Lebensplanung handelte.
Nun könnte man meinen, dass viele Frauen im gebärfähigen Alter die Pille als Befreiungsschlag gefeiert hätten. Insgesamt dauerte es aber gut zehn Jahre, bis sich die Pille in der Bundesrepublik durchsetzte. Erst Anfang der 1970er Jahre war die Pille das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel: 1973 nahmen 38% der 15- bis 44-jährigen Frauen die Pille. Weiterlesen
Vor 100 Jahren: Erste Wittgensteiner Doktorandin

Quelle: Amtliches Wittgnsteiner Kreisblatt, 6. März 1925
Tabellarischer Lebenslauf Maria Florins: Weiterlesen