Archive und Barrierefreiheit

Reblog von Archive 2.0 (Thekla Kluttig), 5.12.22

Symboldbild

“ Archive sollten für jeden Menschen offen sein: unabhängig davon, ob dieser Mensch z. B. gehörlos ist, sehbehindert oder blind, einen Rollstuhl benötigt oder aufgrund kognitiver Einschränkungen leichte Sprache besser versteht. Diesem Ziel möchten wir näherkommen. Worum geht es uns und wie können Sie sich beteiligen?
In Sachen Barrierefreiheit gibt es in den deutschen Archiven noch viel zu tun. Dies gilt zum einen für das Personal in Archiven. Wie viele Archivarinnen und Archivare mit Behinderung arbeiten in unseren Archiven? Wie divers ist der berufliche Nachwuchs, den wir ausbilden? Betrachtet man die Präsenz in der archivischen Öffentlichkeit, muss man vermuten – wenige und wenig.
Zum anderen geht es um die Menschen, die Archive nutzen möchten. Oder nutzen könnten. Oder nutzen müssten. Und die in sehr vielen Fällen darauf angewiesen sind, dass ihnen für eine Benutzung geholfen wird. Barrierefreiheit bedeutet aber …. „dass Gebäude und öffentliche Plätze, Arbeitsstätten und Wohnungen, Verkehrsmittel und Gebrauchsgegenstände, Dienstleistungen und Freizeitangebote so gestaltet werden, dass sie für alle ohne fremde Hilfe zugänglich sind“ …..“

Geschichtswerkstatt Siegen e.V. unterstützt Siegerländer Schulen

Die Übergabe des Buchpakets im Gymnasium Am Löhrtor. (v.l.n.r.) Direktor Dr. Reiner Berg, Vertreter der Fachschaft Fabian Brenner, Vorsitzender und stellvertretender Vorsitzender der Geschichtswerkstatt Siegen Dr. Bernd D. Plaum und Stadtarchivar a.D. Ludwig Burwitz

Weihnachtszeit ist Gabenzeit: Wie auch anderen Schulen übergab die Geschichtswerkstatt Siegen in diesen Tagen ein dickes Buchpaket an die Fachschaft Geschichte des Gymnasiums Am Löhrtor. Das Paket bestand aus den noch verfügbaren 33 Bänden ihrer bislang 37 Bände umfassenden Publikationsreihe „Siegener Beiträge“.
Anlässlich der Übergabe betonten Schulleiter Dr. Reiner Berg und der Vorsitzende der Fachschaft Geschichte Fabian Brenner die besondere Bedeutung dieser Fachliteratur für den Einsatz im Unterricht. Es sei wichtig, die Vielfalt der aktuellen regionalen historische Forschung Lehrenden wie Lernenden an die Hand zu geben, um an konkreten Beispielen aus der Lebenswelt der Schüler und Schülerinnen einen attraktiven Unterricht zu gestalten.

Weitere Buchpakete sind weiterführenden Schulen als Spende für den Einsatz im Unterricht angeboten worden. Neben dem Gymnasium Am Löhrtor in Siegen haben bislang folgende Schulen das Angebot dankbar angenommen und sich über das Präsent gefreut:

Gymnasium Stift Keppel, Hilchenbach,
Gymnasium Netphen, Netphen,
Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium, Siegen,
Dietrich-Bonhoeffer- Gymnasium, Neunkirchen.

„Burbach in alten Bildern“

Tischkalender 2023 von der Gemeinde Burbach

Mario Otterbach (l.) und Nabil Rezgui haben in vielen Stunden die Fotos für den Kalender 2023 »Burbach in alten Bildern« ausgesucht und zusammengestellt. © Gemeinde Burbach


Weihnachten ist nicht nur das Fest der Liebe, sondern auch der Erinnerung. „Oma, wie habt ihr damals Heiligabend gefeiert?“ „Opa, erzähl uns von den Wintern, als du ein kleiner Junge warst!“ Gerade die jüngsten Familienmitglieder hängen den Großeltern gespannt an den Lippen, wenn diese „von früher“ erzählen. Die Erinnerungen fließen dann meistens von selbst. Und wenn manchmal doch ein Detail im Gedächtnispuzzle fehlt, dann hilft der Blick ins familiäre Fotoalbum – oder in den neuen Kalender „Burbach in alten Bildern“, der jetzt in der Alten Vogtei erhältlich ist. Weiterlesen

Literaturhinweis: „Deutsche Zentralarchive in den Systemumbrüchen nach 1933 und 1945“

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung legt Publikation vor

Das Reichsarchiv Potsdam und seine Nachfolgeeinrichtungen Bundesarchiv und Deutsches Zentralarchiv der DDR stehen im Zentrum einer aktuellen Studie, die Peter Ulrich Weiß im Auftrag des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung (ZZF) vorlegt. In „Deutsche Zentralarchive in den Systemumbrüchen nach 1933 und 1945“ untersucht der Historiker die Durchsetzung diktatorischer und demokratischer Herrschaftsverhältnisse vor und nach 1945 und fragt nach den Auswirkungen, die sich für zentrale Archivbehörden und deren Personal ergaben. Die Studie, die das ZZF im Auftrag des Bundesarchivs verantwortet, leistet einen Beitrag zur Auseinandersetzung deutscher Behörden mit ihrer institutionellen Diktaturbelastung für einen spezifischen Bereich der staatlichen Verwaltung, der bislang weniger im Fokus gestanden hat.

„Es ist wichtig, dass nun eine wissenschaftliche Untersuchung insbesondere zur NS-Vergangenheit unserer Institution vorliegt“, sagte der Präsident des Bundesarchivs Michael Hollmann. „Gerade wir als zentrales Staatsarchiv der Bundesrepublik Deutschland, dem die Aufarbeitung des Nationalsozialismus ebenso wie der kommunistischen Diktatur in der DDR ein besonderes Anliegen ist, wollen uns unserer Geschichte stellen. Es war eine bewusste Entscheidung, eine unabhängige wissenschaftliche Erforschung dieses Themas zu ermöglichen. Es ist nun Sache von Historikerinnen und Historikern, das Ergebnis in den Gesamtkontext der Forschung einzuordnen“, so Hollmann. Weiterlesen