Auf den Spuren fast vergessener Justizopfer –

Rundgang durch die Bad Laaspher Altstadt zu den Orten der wegen Hexerei verfolgten am 24. Oktober 2026

„Dabei geht es zurück in eine Zeit, in der der Glaube an Hexerei und der damit verbundene Hexenwahn auch in unserer Region zum Alltag gehörten.
Um zu verstehen, wie es zu den Prozessen wegen Hexerei kommen konnte, wird ein Blick auf die damalige Lebensrealität geworfen. Das frühe 17. Jahrhundert war eine Zeit der extremen Krisen. Europa befand sich inmitten der sogenannten „Kleinen Eiszeit“ – die Winter waren bitterkalt, die Sommer verregnet. Die Folge waren katastrophale Missernten, Hungersnöte und Seuchen, gefolgt von den Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges. In ihrer Verzweiflung und existentiellen Not suchten viele Menschen in der Bevölkerung nach Sündenböcken für das unerklärliche Leid und bezichtigten Nachbarn der Zauberei. Der Druck zur Verfolgung entstand hier also vor allem „von unten“, aus der verängstigten Bevölkerung heraus.
Das Besondere an der Geschichte Bad Laasphes ist jedoch die Rolle der Obrigkeit: Weiterlesen →

Literaturhinweis: Gabriele B. Clemens/Katharina Thielen/Alexander Olenik (Hgg.): Mevissen – Prototyp des rheinischen Wirtschaftsbürgers?

Forschungspotentiale und Perspektiven zu Gustav von Mevissen und seiner Familie

„Gustav von Mevissen (1815–1899) war einer der erfolgreichsten und innovativsten Unternehmer Deutschlands im 19. Jahrhundert. Er etablierte sich als junger Kaufmann in Köln mit politisch liberalem Profil. Der Rheinländer gehörte zu jenen Unternehmern, die den Eisenbahnbau vorantrieben, in die Schwerindustrie investierten und das Banken- und Versicherungswesen revolutionierten. Der Band bietet aktuelle Beiträge zu Mevissens zahlreichen wirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Aktivitäten. Deutlich wird, wie er geschickt für sein vielfältiges Engagement familiäre, freundschaftliche und politische Netzwerke nicht nur im Rheinland nutzte. Darüber hinaus werden seine engen Kontakte zur Hohenzollerndynastie, nach Berlin sowie seine Erhebung in den Adelsstand fokussiert. Eine gemeinsame Publikation des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte und der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde.“
Quelle: Verlagswerbung

Vortrag: Manuel Zeiler: »Das Siegerland zur Zeit der Kelten«

Do., 22.10.2026, um 18:30 Uhr, Eintrachtsaal Siegerlandhalle

Ausgrabung eines eisenzeitlichen Verhüttungsofens am „Gerhardsseifen“ in Siegen-Niederschelden (Foto: D. Bachmann

Ende des 1. Jahrtausends v. Chr. besiedeln erste Bauern das Siegerland und leben dort in kleinen Gemeinschaften über hunderte Jahre. Ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. begann ein einschneidender Wandel: Fremde Spezialisten wandernden ein und brachten die Technologie mit, Eisenerz zu verhütten. Innerhalb weniger Generationen wurden aus kleinen Verhüttungsöfen die größten ihrer Epoche in Europa entwickelt, massenhaft Eisen erzeugt und teilweise sogar die Landschaft massiv umgestaltet – bis um Christi Geburt alles vorbei war und die Region vollständig verlassen wurde.
Seit den 2000er Jahren erforscht eine Kooperation aus LWL-Archäologie für Westfalen, Deutsches Bergbau-Museum Bochum und Ruhr-Universität Bochum die Eisenzeit im Siegerland. Das Forschungsprojekt geht 2026 zu Ende und mit diesem Vortrag werden erstmals die Gesamtergebnisse vorgestellt.

Keine Anmeldung erforderlich. Kommen Sie einfach mal vorbei!
Quelle: vhs Siegen, Programm

Spielerisch ans Steuer des ersten Motoromnibusses der Welt

Neue Spiele-App „Linie 1895“

Outline Development veröffentlicht in Kürze das Spiel „Linie 1895 – Der erste Motoromnibus der Welt“. Im Laufe des Oktobers wird es kostenlos für iOS und Android im App- bzw. Google Play Store verfügbar sein. Gemeinsam mit dem Spiele-Entwickler Tobias Müller hat Landrat Andreas Müller das Spiel jetzt vorgestellt – stilecht im Alten Bahnhof in Deuz, direkt neben dem dort ausgestellten ersten Motoromnibus der Welt. „Linie 1895“ macht ein Stück regionaler Technikgeschichte erlebbar: Denn am 18. März 1895 nahm im Siegerland die erste Omnibuslinie der Welt mit Motorantrieb den Betrieb auf. Wer jetzt im Spiel die Wagenhalle öffnet, übernimmt das Steuer – und das unternehmerische Risiko.
In „Linie 1895“ führen Spielerinnen und Spieler die Omnibusgesellschaft auf der historischen Strecke Deuz – Netphen – Dreis-Tiefenbach – Weidenau – Siegen. Jeden Morgen liegt die Tageszeitung auf dem Schreibtisch in der Wagenhalle: Wetterbericht, Meldungen und Gerüchte verraten, was der Tag bringen könnte. Danach heißt es sich zu entscheiden – wie viele Fahrten, welcher Fahrpreis, wie viel Wartung, wie viel Werbung? Welche Stellschrauben wirklich zählen, finden die Spieler durch ausprobieren heraus; ein bisschen Glück mit Wetter und Ereignissen gehört ausdrücklich dazu. Weiterlesen →

Erzbistumsarchiv Paderborn verfolgt ehrgeiziges Ziel

Bestände-Übersicht des Archivs des Erzbistums Paderborn online. Digitale Präsentation der Archivalien ist langfristiges Ziel des engagierten Archiv-Teams

Die Erschließungs- und Digitalisierungsarbeit der Bestände des Erzbistumsarchivs wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen, eine Aufgabe, die das Archiv-Team engagiert angeht. V.v.n.h.: Claudia Seemann-Bartsch, Thomas Welter, Hans Jürgen Rade, Michael Streit, Lisanne Hupe, Martin Streit, Gerrit Eder, Ulrich Renneke.
Foto: © Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Das Erzbistumsarchiv Paderborn geht erstmals mit seiner Bestände-Übersicht online und ermöglicht damit allen Interessierten, sich „von zu Hause aus“ einen Überblick über die gebotenen Informations- und Forschungsmöglichkeiten zu verschaffen. „Langfristig möchten wir selbstverständlich alle Archivalien der ältesten Bestände digital präsentieren und damit allen weltweit zur Verfügung stellen“, bekräftigt Erzbistumsarchivar Domvikar Hans Jürgen Rade. Das sei ein „ehrgeiziges und ambitioniertes Ziel“, ein Zukunfts-Ziel, das durch die engagierten und motivierten Archivmitarbeitenden aber umsetzbar sei, ergänzt Michael Streit als Geschäftsführer des Erzbistumsarchiv. Die Erschließungs- und Digitalisierungsarbeit der Bestände werde mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Die gute Nachricht dabei: Das, was bereits erschlossen und digitalisiert ist, wird kontinuierlich online gestellt und steht damit jetzt schon zur Verfügung. Weiterlesen →

Burbach/Neunkirchen: Gemeinschaftsschule feiert Festakt zum neuen »Zweitnamen«

GMS trägt nun den Namenszusatz Margot Friedländer Schule.

Die Schülerinnen und Schüler beider Standorte hatten einige kreative Darstellungen vorbereitet, um das Leben und Wirken Margot Friedländers zu würdigen.


Die Gemeinschaftliche Sekundarschule Burbach-Neunkirchen (GMS) trägt einen neuen Namenszusatz. Ab sofort darf sie sich auch Margot Friedländer Schule nennen. Mit einem Festakt hat die Schulgemeinschaft die Erweiterung des Namens in der Aula am Standort Burbach gefeiert und ehrte in respektvoller und angemessener Weise Leben und Wirken der neuen Namensgeberin, die am 9. Mai 2025 im Alter von 103 Jahren in Berlin gestorben war. Im hohen Alter von 88 Jahren kehrte die Holocaust-Überlebende nach Deutschland zurück, um vor allem jungen Menschen ihre Geschichte zu erzählen immer mit dem Ziel, dass sie hinsehen, einander zuhören und sich einander mit Respekt begegnen.
Unter den rund 300 Gästen befanden sich unter anderem der heimische Bundestagsabgeordnete Benedikt Büdenbender, die ehemalige GMS-Schulleiterin Mechthild Ermert-Heinz, der ehemalige Schulleiter der Realschule Ludger Gruß, der Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland e.V., Alon Sander, der Vorsitzende der muslimischen Gemeinde in Neunkirchen, sowie Neunkirchens Bürgermeister Marco Schwunk und Burbachs stellvertretende Bürgermeisterin Heide Heinecke-Henrich, die den im Urlaub weilenden Bürgermeister Jonas Becker vertrat. Nicht wenige unter den Gästen hatten einen Kloß im Hals, als zum Auftakt ein Film der Margot Friedländer Stiftung über ihre Gründerin und deren Geschichte eingespielt wurde. Geprägt von ihren Erlebnissen während der Shoah und ihrer rund einjährigen Internierung im Konzentrationslager Theresienstadt (1944-1945) hat sie nie zugelassen, dass aus ihren schrecklichen Erfahrungen Hass erwuchs. Im Gegenteil: Ihre Antwort auf die menschenverachtenden Gräuel der Nazizeit war stets eine Botschaft der Menschlichkeit. „Ich bin gekommen, um Euch die Hände zu reichen. Ich tue es für euch. Seid Menschen!“, lautete eine ihrer bekanntesten Aussagen, die an diesem Abend mehr als einmal zitiert wurde. Weiterlesen →